Die Wahl der richtigen Mastlänge beim Wingfoilen

Veröffentlicht am: 14. Februar 2022|Kategorien: Allgemein, Kurse|Tags: , , |
Mastlängen Carbonmast F-One zum Wingfoilen
Daniel Pankoke Surffoilen Portugal Lastlängen Check
Foto zeigt Nina am Wingfoilen in Dänemark

DIE WAHL DER RICHTIGEN MASTLÄNGE BEIM WINGFOILEN

Was ist eigentlich mit der Wahl der richtigen Mastlänge zum Wingfoilen? Eine sehr wichtige Sache. Darauf konzentrieren wir uns jetzt mal. Dieses Thema beschäftigt uns!

Die Wahl der richtigen Mastlänge zum Wingfoilen ist extrem wichtig für eine steile Lernkurve! Hier gelangt ihr zur F-One Website und könnt euch mal die verschiedenen Mastlängen anschauen.

Wir sehen es einfach viel zu häufig. Jede Woche treffen wir auf ein paar Einsteiger, die nicht richtig klar kommen mit ihrem Material. Board zu groß oder zu klein, Foil zu klein, falsch eingestellt, o.ä. Uns ist schon klar, dass die Wahl des richtigen Materials nicht gerade einfach ist. Gerade wenn man keinen Kurs gemacht hat. Aber was uns wirklich richtig wundert, ist, warum so viele Einsteiger mit viel zu langen Masten an den Start kommen. 

Ganz wichtig zum Grundverständnis, da es oft heißt: „ach, sind ja nur 10cm“.

Schon 4-5 cm machen einen großen Unterschied! 5-10 cm sind extrem spürbar und wirken sich krass auf die Fahreigenschaften aus: Es fühlt sich im ersten Moment machmal so an, als fährt man ein anderes Foil.

Die richtige Mastlänge definieren.

Die Wahl der richtigen Länge hängt ganz davon ab, wo du das Foil hauptsächlich und vor allem in welchen Disziplinen einsetzen möchtest. Natürlich spielt auch deine Vorerfahrung eine Rolle. Je nach Spot, deinem eigenen Sicherheitsgefühl und wie viel du dir zutraust. Du lernst in der Schulung schon sehr viel darüber. Länger ist nicht unbedingt immer besser! Ganz im Gegenteil!

WINGFOILEN – ERSTES WINGFOIL SETUP

Kurz gesagt, die beste Mastlänge für dich liegt zwischen 55 und 75 cm.

Deine Mastlänge sollte am Anfang zwischen 55 und 75cm liegen. Das ist optimal. 55cm allerdings nur, wenn dein Spot es nicht anders zulässt, oder du für dich das richtige Foilen noch in weiter Ferne siehst. Später, wenn überhaupt, kannst du dir einen 80+ Mast zulegen. Meiner Meinung nach ist dann Schluss mit lustig ;-) Ab 90cm wird es sehr speziell. An langen Masten werden (sollten) nur noch kleine Foils gefahren. Das machen Profis ab und zu mal. Aber auch nur um dann besonders schnell zu fahren und weil sie eben die Technik haben, kleine Foils überhaupt fahren zu können (alles von ca. 600-1000qcm). Diese zusätzliche Länge von 90cm gibt dem Profi die Möglichkeit mehr „Kante zu geben“ ohne dass das Foil aus dem Wasser kommt. Es ist eine zusätzliche Sicherheit bei hoher Geschwindigkeit. Betrachtet man die Range von 45cm bis 85cm, kann man folgendes festhalten: Je besser dein Fahrkönnen wird, desto kleinere Foils kannst du fahren. Je weniger große Foils fährst du. Und wenn die Foils kleiner werden, können auch die Masten länger werden. Tendenziell macht ein 85er Mast an einem 2000er Foil wenig Sinn. Viel zu indirekt und schwammig wäre das Fahrgefühl.

Fazit: Alles über 90cm ist eher speziell und mehr zum Kitefoilen geeignet. Dort fährt man längere Masten. Natürlich kann jeder „intermediate“ Wingfoiler auch locker 100cm Masten fahren. Allerdings klaut es einem viel Bewegungsfreiheit und ist nicht optimal für die Lernkurve. Es ist ja logisch: Ein längerer Mast gibt zwar mehr Freiheit um Fahrfehler auszugleichen, verlangsamt aber auch die Reaktion auf der Rollachse. Und man möchte doch schön dynamisch und elegant fahren ;-).

VORTEILE / NACHTEILE

Vorteile von einem nicht zu langen Mast:

  • Du zerkratzt dein Foil weniger schnell. Gerade in der Ostsee ist das ein wichtiges Thema.
  • Du stürzt nicht so tief.
  • Du hast einen niedrigeren Schwerpunkt. Das wirkst sich schon bei 5cm sehr stark z.B. auf die Rollachse aus. Das macht das navigieren einfacher.
  • Du kannst im flacheren Wasser starten.
  • Du sammelst tendenziell weniger Seegras ein. Auch das ist ein nicht zu unterschätzender Punkt in der Ost- und Nordsee.
  • Das Verletzungsrisiko ist größer bei längeren Masten. Bei 45cm z.B. ist das Verletzungsrisiko gleich Null. Ein wichtiger Grund, warum wir meistens damit schulen ;-)
  • Du hast logischerweise weniger Wasserwiederstand. Warum das geil ist? Du unterfliegst Wellen nicht so oft. Gleitest länger. Du musst weniger Pumpen. Du kannst effizienter Pumpen. Und zu guter letzt: weniger Wasserwiderstand = früheres gleiten. 10cm ehr Länge im Wasser sind viel Widerstand.

Nachteile von Masten in der Länge >85cm:

  • Dein Foil wird träger auf der Rollachse, weil etwas mehr Mastfläche im Wasser ist und du höher stehst. Foils müssen kleiner gefahren werden.
  • Du kannst an einigen Spots gar nicht raus gehen, da die Ostsee zwar keine richtige Tide hat, jedoch sehr wohl extremen Wasserstandsveränderungen durch NORD/OST oder SÜD/WEST Windlagen unterliegt.
  • Foil zerkratzt schneller.
  • Du sammelst viel Seegras ein.
  • Höherer Wasserwiederstand beim Starten.
  • Du unterfliegst häufig die Energiezone der Wellen.

Vorteile eines langen Mastes >85cm:

  • Du hast mehr Spielraum in der Höhe. Wenden & Halsen scheinen anfangs besser zu gelingen. Aber auch nur, weil dir die Technik noch fehlt.
  • Du kannst Manöver mit mehr Speed fahren. Mehr Kontrolle.
  • Der Profi kann sich damit höher rauskatapultieren, da vorm Sprung mehr Kontrolle und längere „Rampenfahrt“ möglich ist.

MAL SO ALS BEISPIEL: SURFFOILEN

Beim Surffoilen z.B. fahren 80-90% aller Fahrer eine Mastlänge von 75cm.

Der Rest fährt 80-85cm als Maximum. Ausgeschlossen: Bigwave, ist klar. Nicht ohne Grund: Ich habe selber auch viel probiert. 65-70cm ist am Anfang auch OK und sogar ganz praktisch. Diese Länge würde ich auch Surffoil-Anfängern empfehlen (die natürlich entsprechende, empfehlenswerte Vorkenntnisse haben). Der Grund ist, dass man im Break kleinere Wellen anpaddeln kann ohne Grundkontakt zu haben. Kleinere Wellen brechen in kleinerer Größe im flacheren Wasser ;-) Ob auf Riff oder Sand – Grundkontakt ist nie wirklich geil! Auch lenkt sich das Foil dadurch am Anfang leichter. Wenn man aber fit ist, ist 75cm die richtige Wahl. Bester Kompromiss aus allem!

Auswirkungen der Mastlänge in der Welle.

Ah, noch etwas super interessantes: Hast du dir eigentlich mal Gedanken darüber gemacht, dass kürzere Masten besser in der Energiezone der Welle (also des Fortrieb-Mediums) stehen? Das wird einem klar, wenn man z.B. in einer kleinen Heckwelle eines Bootes fährt. Um von kleinen Wellen geschoben zu werden, muss man sein Foil möglichst an der Wasseroberfläche fahren. Dadurch hast du einen sehr kleinen Spielraum in der Höhe. Das ist der Grund, warum es Anfängern nicht auf Anhieb gelingt, lange in der Welle zu fahren. Stell dir vor, der Mast wäre 3 Meter lang. Nur als Vergleich: Was passiert? Du würdest die Welle „unterfliegen“ und niemals die Höhe richtig einschätzen/managen können. Bedenke, dass es ein höheres Maß an Fahrkönnen und Kontrolle über die Achsen benötigt ein Foil auszuballancieren, je höher der Fahrer über dem Wasser steht!

MY FAVORITE GEAR

Ich fahre am liebsten 75 und 85cm. Warum? Unterschiedliche Bedingungen und unterschiedliche Spots. Natürlich, wenn es der Wasserstand nicht anders zulässt, auch mal 65cm wie z.B. in Burgstaaken am Binnensee. 75cm ist meine 95% Mastlänge zum Surffoilen, SUP Foilen, Pumpen und Wingfoilen. Den 85er dann mit kleineren Foils (z.B. Phantom 840,940) in der Welle in Dänemark mit dem Wing oder zum springen.

Du willst noch mehr über Wingfoil-Material erfahren? Dann check hier einen anderen, ausführlichen Beitrag dazu aus:

https://wingfoil-fehmarn.de/foilfinder-f-one/

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Geschrieben von Malte Krummradt

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