Mastlänge für Wingfoil Anfänger – Bis es auch der Letzte versteht!
Mastlänge für Wingfoil Anfänger – Bis es auch der Letzte versteht!
Warum Wingfoilen der erste wirklich massentaugliche Foilsport hätte werden können und warum die Branche es versemmelt hat…
„Wingfoilen ist mehr als nur ein neuer Wassersport. Es ist fliegen! Und Flugsport ist wesentlich komplexer als Oberflächen-Wassersport. Von vielen Schulen wird Wingfoilen immer noch sehr konservativ behandelt. Nämlich so, wie jeder andere Wassersport. Die negativen Auswirkungen durch falsches Material und generell falsche Schulungstaktik, das spüren wir enorm in unseren Aufbaukursen“.

Die Mastlänge beim Wingfoilen, bis es auch der letzte versteht. Ein sehr wichtiges Thema. Mein Lieblingsthema!
Ich lehne mich gleich zu Beginn einmal weit aus dem Fenster:
„Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass Wingfoilen heute mindestens doppelt so groß wäre, wenn die Branche den Einstieg von Anfang an anders gedacht hätte“.
Das ist keine steile These um Aufmerksamkeit zu erzeugen, sondern mein Fazit aus vielen Jahren Unterricht, tausenden Trainingsstunden und unzähligen Gesprächen. Vor allem sind es die Aussagen derjenigen Schüler, die entweder schlechte Schulungen erlebt haben, oder wo „ich bringe es mir selber bei“ nicht geklappt hat.
Keine oder ungeeignete Schulung = Hohe Absprungquote
Ganz anders als bei vielen anderen Wassersportarten kann man sich beim Wingfoilen als Autodidakt unglaublich viele Fehler angewöhnen. Fehler, die einem den Spaß und die Leichtigkeit komplett nehmen. Bei vielen läuft es am Anfang so schlecht, dass sie wieder aufhören, bevor es richtig losgeht.
Frauen bringen durch ihre Feinfühligkeit oft sogar die besseren Voraussetzungen fürs Wingfoilen mit als Männer. Ohne eine passende Schulung geraten aber gerade sie häufig in typische Anfängerfehler und verlieren unnötig früh die Motivation. Doch das betrifft natürlich alle anderen ebenso. Falsche Tipps vom Strand, Videos im Internet oder eine ungeeignete Lernmethode führen schnell dazu, dass sich Fehler einschleichen, die später nur schwer wieder abzugewöhnen sind. Auch Körpergröße und Gewicht spielen beim Einstieg eine größere Rolle, als viele vermuten.
Die Gründung von Wingfoil-Fehmarn
Ein bisschen Vorgeschichte, denn das Thema ist komplex
Als Wingfoilen aufkam, war ich sofort gehyped, ist ja bekannt. Ich war 2019 bereits langjähriger Kitefoiler und wusste deshalb ziemlich genau, wie faszinierend ein Hydrofoil ist. Gleichzeitig wusste ich aber auch, wie unglaublich schwer der Einstieg zu dieser Zeit war! Foilen war in der Branche unbezweifelt ein „eher gefährlicher Sport“, den man niemals Anfängern empfehlen sollte. Der Grund war- es gab schlichtweg kein passendes Antriebsmedium (Der Wing änderte alles).
2019 war uns das von ehemalig „Wingsurf-Fehmarn“ bereits klar und völlig logisch: Erst nur mit Finne unterm Board, dann Foil mit kurzem Mast, dann Foil mit ETWAS längerem Mast. Innerhalb der Anfängerschulung aber niemals über 55cm. Von dem Zeitpunkt an hat der rest der Welt und die Verbände, die sich um die Schulungen kümmern sollten, aber bereits andere Pläne gehabt. Ab 2021 kamen andere Schulen an den Start und ihr Schulungskonzept überraschte uns. Ebenso Verbände übernahmen diese Schulungslogik bis heute. Wie genau? Man stellt die Schüler erst einmal auf große Windsurf / SUP Boards (was meist nur halb so gut klappt wie es sich anhört) und wenn sie dann die Wingkontrolle haben, bekommen sie ein Wingfoilboard mit langem Mast.
Als wir das 2021 realisierten, mussten wir uns von „Wingsurf-fehmarn“ in „Wingfoil-Fehmarn“ umbenennen, denn „Wingsurfen“ war in Deutschland fortan eine eigene Sportart (WTF?) ohne Foil. Diese Schulungsmethodik ist im Kern gar nicht schlecht aber leider nur halb zuende gedacht. Siehe auch diesen Newsbeitrag

Bei der Vorbereitung zur Gründung der Wingfoilschule 2019 war mein erster Gedanke: „Jetzt gibt es endlich einen Foilsport, der das Potenzial hat, wirklich viele Menschen zu erreichen. Ein aufblasbarer Wing ist deutlich einfacher zu beherrschen als ein Kite, deutlich gutmütiger und nimmt Anfängern viel Respekt. Für mich war deshalb ziemlich schnell klar, dass der Antrieb endlich massentauglich geworden ist. Jetzt musste nur noch der Rest des Systems genauso einfach werden.
Bald erkannte ich den Schlüssel zum schnellen Erfolg für unsere Schüler:
Die Mastlänge
An dem Punkt haben wir bei Wingfoil Fehmarn angefangen, anders zu denken
Ich habe mir nie die Frage gestellt, welches Foil für einen Profi am besten funktioniert. Mich hat immer interessiert, wie ein ganz normaler Mensch möglichst schnell das Foilen versteht. Nicht der Ausnahmeathlet, nicht der ehemalige Windsurfer mit zwanzig Jahren Wassersport-Erfahrung. Sondern der Familienvater, die Mutter mit 50,60 Jahren Lebenserfahrung oder jemand, der vorher noch nie auf einem Surfboard gestanden hat.
Denn genau diese Menschen entscheiden darüber, ob ein Sport irgendwann zum Breitensport wird.
Deshalb war für mich von Anfang an klar, dass der Sport sicher sein muss. Anfänger müssen im Stehrevier lernen können. Wer jederzeit einfach vom Board steigen kann, sammelt deutlich mehr gute Wiederholungen, bleibt entspannter und entwickelt viel schneller Vertrauen. Lernen hat für mich deshalb viel weniger mit Talent zu tun als mit den richtigen Rahmenbedingungen. Je einfacher man den Einstieg gestaltet, desto schneller baut das Gehirn neue Bewegungsmuster auf.
„Ich habe versucht, den perfekten Einstieg ins Foilen zu entwickeln. Genau daraus ist unser gesamtes Schulungskonzept entstanden“.
Warum wir schon früh auf kurze Masten gesetzt haben
Eigentlich ein „no-brainer“ und leider immer noch exotisch in der Branche
Während 2020 noch alle mit langen Masten aus der Kitefoil Welt unterwegs waren, sind wir bewusst mit deutlich kürzeren Masten gestartet. Erst 45 Zentimeter und später sogar 30 Zentimeter. Wir wollten unsere Schüler im Stehrevier schulen und ihnen möglichst viele erfolgreiche Wiederholungen ermöglichen. Auf einmal merkten wir, wie viel mehr Vorteile der kurze Mast noch hat!
Der Schritt von den langen Masten auf etwa 45 Zentimeter war bereits enorm. Der Schritt von 45 auf 30 Zentimeter war dann der Moment, in dem ich endgültig überzeugt war, dass die Mastlänge einer der am meisten unterschätzten Faktoren im gesamten Wingfoilsport ist. Die Schüler lernten ruhiger, entwickelten schneller Vertrauen und verstanden viel früher, was unter ihren Füßen eigentlich passiert.
Warum ein kurzer Mast physikalisch einfacher kontrollierbar ist
Lediglich mehr Höhe über dem Wasser?
Genau das greift viel zu kurz. Ein längerer Mast bedeutet gleichzeitig mehr Flex im System, mehr Trägheit und mehr Anforderungen an die Feinmotorik. Unser Sprunggelenk, ein kleines und feines Gelenk, muss plötzlich einen deutlich längeren Hebel kontrollieren. Genau dort beginnt die eigentliche Herausforderung.
Dazu kommt, dass Wasser ein extrem dichtes Medium ist. Mast und Frontwing bewegen sich permanent gegen Strömungswiderstand. Je länger der Mast wird, desto indirekter fühlt sich das gesamte System an. Für einen Profi ist das beherrschbar. Für einen Anfänger bedeutet es oft, dass aus einer kleinen Korrektur sofort eine Überreaktion wird.

Der größte Mythos rund um den kurzen Mast
Man hört immer wieder nur die eine Aussage:
„Bei einem so kurzen Mast kommt das Foil doch viel zu schnell aus dem Wasser.“
Also wer sowas von sich gibt… Hat recht! Aber wie immer ist das Bild komplexer! Das stimmt zwar, ist aber teil ein Vorteil, kein Nachteil! Eine gute Frage wäre: Für WEN gilt das?
Ein Anfänger wird das Foil anfangs EH immer zu hoch steigen lassen. Das gehört zum Lernprozess dazu. Mit einem kurzen Mast passiert dieser Fehler früher und deutlich näher an der Wasseroberfläche. Das Board setzt sich häufig einfach wieder aufs Wasser und fährt weiter. Der Flug ist beendet, aber der Versuch geht weiter.
Mit einem langen Mast sieht dieselbe Situation völlig anders aus. Der Fahrer befindet sich DEUTLICH höher über dem Wasser, der Winkel wird steiler und aus einem kleinen Fehler entsteht viel schneller ein richtiger Abflug.
Ein Anfänger braucht keine maximale Performance. Er braucht Material, das Fehler verzeiht. Genau dadurch entstehen Vertrauen und schnelle Lernerfolge.
„Man darf sich Material nie isoliert anschauen. Ein kurzer Mast ist nur deshalb so stark, weil er mit dem richtigen Board, dem richtigen Foil und dem richtigen Revier zusammenarbeitet. Gute Schulung entsteht nie durch ein einzelnes Bauteil“.
Was hat die Branche denn nun „versemmelt“?
„Das habe ich mal probiert, aber ich bin bislang nur hingefallen und hatte keinen Lernerfolg“.
„Ich probiere schon seit 2 Jahren durchgängig zu foilen aber es klappt noch nicht“
„Ich hatte richtig Angst in der Luft, das war SOO HOCH !“
„Ein neuer Mast kostet mir zu viel Geld“ (Falsche Marke gewählt)
„Ich möchte ja gleich was richtiges kaufen, sodass ich für später auch noch was davon habe“
Hohe Absprungquote – welche Personengruppe betroffen ist:
Es geht hier nicht um den ambitionierten Wassersportler, der mit einer Mastlänge im „Erstausrüsterset“ von 75cm wunderbar klarkommt. Ich spreche ganz bewusst diejenigen an, an die nicht gedacht wurde und immer noch nicht gedacht wird. Die ganz normalen Menschen, die vielleicht nicht mit dem Feingefühl und der Fehlertoleranz der coolen jungen Sportler geboren sind. Genau diese Personengruppen werden von der Branche ignoriert.
Unsere Schüler sind seit der Gründung der Schule verletzungsfrei!
Unsere Schüler haben ebenso einen enormen Lernfortschritt. Das liegt an mehreren Faktoren, aber hauptsächlich an unseren kurzen Masten. Sehr viele Schüler die das erste mal mit 30cm abheben, wollen erstmal nichts größeres!
Problem bei den Herstellern:
Je nachdem, wie komplex man Masten und die Mastadapter konzipiert, kann ein Mast ONLY einen niedrigen oder hohen Einkaufs und Verkaufspreis haben. Beides schlecht für Einsteiger. Viele Firmen bieten gar keine kurzen Masten an!
Bei F-One können einzelne Masten sehr günstig (100-140€) getauscht werden. Also kann sich der Einsteiger direkt zwei Masten leisten. Es gibt Fälle, wo sich Anfänger direkt Carbonmasten kaufen. Diese sind sehr teuer und liegen im Preis einzeln schnell über 1000€. Es gibt auch Aluminium-Sets anderer Hersteller am Markt, wo der Mast 500€ + kostet, weil die Adapter besonders aufwendig gefertigt und verklebt sind.
Man merkt, wie wichtig es ist sich mit dem Thema richtig auseinanderzusetzen. Wer bin ich? Wie oft gehe ich realistisch auf’s Wasser? Muss ich mir dieses teure Set wirklich kaufen oder habe ich dadurch sogar Nachteile? Was kostet mich bei Hersteller XY ein neuer Mast? Und was ein Frontwing?
„Was willst du denn mit so einem kurzen Mast? Noch nie so ein Blödsinn gehört“
„Bei uns haben wir Welle, da kann man nicht mit kurzen Masten fahren“
Fatale Fehlannahmen. Diese Zitate hören wir viel zu oft seitens der Shops, sowie auch Wassersportschulen. Alles über einen Kamm scheren und nicht auf die individuellen Bedürfnisse einzelner eingehen, das ist komplett „versemmelt“.
Warum viele Einsteiger falsch beraten werden
Ich glaube nicht, dass die Branche absichtlich falsche Entscheidungen trifft
Ich glaube vielmehr, dass zu häufig vom Profi, bzw. einem guten Fahrer aus gedacht wird. Eine Person mit Wassersport-Vorerfahrung sucht Geschwindigkeit, Effizienz und Leistung. Ein richtiger Wassersport-Einsteiger sucht Kontrolle, Sicherheit und Material, das ihm möglichst viele gute Wiederholungen ermöglicht. Das sind zwei völlig unterschiedliche Zielsetzungen.
Genau deshalb sehen wir häufig, dass Personen sehr viel Geld in Carbon, High Aspect Foils oder sportliche Setups investieren, obwohl sie die Grundlagen noch gar nicht beherrschen. Das ist nachweislich der falsche Weg. Wer zunächst auf einem großen Low Aspect Foil, einem kurzen Alumast und einem passenden Board sauber fliegen lernt, baut eine Grundlage auf, von der er später dauerhaft profitiert. Wechselst du zu schnell auf kleine Foils, dauert deine Manöverlernphase ewig.
Kommen wir mal zu Zahlen, Daten, Fakten. Was sich der Anfänger im Shop meistens kauft:
Mastlänge: Anfängern kaufen zu 90% 75 bis 90 cm Mastlänge. Das soll gut sein? In einigen Fällen, aber sicher nicht in den meisten!
Wings: Da läuft es schon anders ab, denn: Da kann man nur wenige Fehler beim Kauf machen. Bzw: Die Fehler sind nicht so gravierend. Mal angenommen, die Wings sind nicht aus 2020-2023. Denn in diesem Jahren haben viele Firmen noch sprichwörtlichen „Schrott“ verkauft..
Foil-Typen: Hier wird auch meist gut beraten und viele Einsteiger kaufen sich das Richtige Foil. Low-Aspect Foils mit AR 5-6 ist optimal für den Einstieg und bringen einen sehr leicht über die Manöver-Lernphase. Allerings gibts auch häufig den Fall, dass Anfänger mit High-Aspect Foils an den Start gehen und dann natürlich nix klappt.
Materialmix: Ganz eigenes Thema und auch enorm viel Frustpotenzial! Der Anfänger sollte unbedingt und in jedem Fall ein Board und Foil von einem Hersteller fahren. Das Setup ist viel harmonischer abgestimmt. Erfolge kommen schneller.

Wie hoch fühlt sich ein 30cm Mast bei Anfängern an?
- 30cm Mastlänge
- + 10-15 cm Boarddicke
- + 5-10cm Wölbung vom Foil
- + 20-40cm Anstellwinkel vorderer Teil vor dem Sturz (Mast ist ja hinten montiert)
- + 5 cm Absprunghöhe
- Gesamt: 80-100cm Gesamthöhe über dem Wasser. Das ist weit über Esstisch-Höhe!
Für alle die immer so schnell Urteilen von wegen: „Das ist ja Blödsinn“, sollten sich diese Rechnung mal geben oder sich auf einen Esstisch stellen und herunterspringen. Das ist die Höhe, von der aus man mit einem nur 30cm Mast stürzt. Dieses Beispiel zeigt, dass sich die meisten darüber gar keine Gedanken machen.
Das ist auch das Feedback, was wir von unseren Schülern bekommen. Für die ersten 1,2,3 Tage, oder auch Wochen bis Monate, reicht das völlig. Man gewöhnt sich langsam dran, dann geht man Stückweise hoch bis auf Maximal 65 oder 75cm.
WARUM so kurz? Die richtige Wahl der Mastlänge

30cm Mast – Vertrauen aufbauen, erste Flüge
Erst einmal zum klarstellen: 30 cm Masten (zum Kauf!) empfehlen wir nur für absolute Wassersport-Neulinge ODER für alle noch so talentierten Schüler an den ersten Tagen! Denn auch das Sicherheits-Plus ist nicht zu unterschätzen. Das Verletzungsrisiko geht gegen Null!
F-One ist der einzige Hersteller weltweit, der auf unseren Wunsch 2026 endlich 30cm Masten ins Programm genommen hat. Hier geht es nicht darum, lange Strecken zu foilen, dafür ist er nicht gemacht. Es geht um kleine Flüge, Starttechnik-Landetechnik trainieren im Stehrevier. Total genial!
Funfact:
Aber natürlich ist es für einen fortgeschrittenen Foiler, der bereits die Höhe kontrollieren kann, SCHWIERIGER, diesen Mast du kontrollieren. Bzw. kommt es ihm schwieriger vor. NICHT zu verwechseln mit den Eigenschaften, die ein Anfänger benötigt!!

45cm Mast – Erste längere Flugphase mit Wing
45cm Masten gibts es bei F-One schon seit 2019- also bevor noch irgendjemand daran dachte. (Damals war das sogar der Grund für unsere Markenentscheidung). Dieser Mast muss in den Kofferraum! Ist Flachwasser? Drückt der SW-Wind das Wasser aus der Ostsee? Lieber damit foilen als gar nicht foilen! Für alle, die einen kurzen Mast suchen und sich schon ein wenig sportlicher einschätzen. Oft wird der 45er bei talentierten Schülern in der Schulung eingesetzt am zweiten Kurstag. Bei einem 45er Mast geht es darum, die ersten langen Strecken am Stück (IM FLACHWASSER!) zu foilen. Es geht um kleine Flüge, Starttechnik-Landetechnik trainieren im Stehrevier. Erste Halsenflüge möglich. Perfekt zum üben vom Fußwechsel im fliegenden Zustand und das richtige Carven durch die Roll und Gier-Achse.
Funfact:
SEHR VIELE Wingfoiler mit 1,2,3 Jahren Erfahrung können keinen Fußwechsel im fliegenden Zustand. Ebenso keine Wenden. Keine anderen Manöver außer die ersten Halsen. Fliegen aber kleine Foils, fahren schnell. Und, woran meint ihr liegt das? Genau- sie hätten das alles viel schneller auf einem kleinen Mast gelernt. Überspringt man diesen sehr wichtigen Schritt, endet das genau so! Fußwechsel mit 80cm Mast lernen ist absolut Hardcore und „spookie“. Nach ein paar Abgängen überlegt man sich, ob man das noch mal versucht. (wenn der Wing es denn ohne Cut im Tuch überlebt hat)

55cm Mast – Der Allrounder für Einsteiger
55cm ist schon richtig massiv für die meisten Neulinge. 55cm bekommt ein Schüler bei uns erst nach der mindestens dritten Session. Die Abstürze können bereits doll sein. Hüfttiefes Wasser ist jetzt auch vorbei. Mit einem 55er Mast only kommen Einsteiger sehr gut klar. Wird von uns oft empfohlen für das erste Setup. Ab 55cm würde ich die Mastlänge als absolut brauchbar bezeichnen um wirklich kompfortabel lange Strecken zu foilen. Trotzdem kann man sehr gut Start-Landetechnik trainieren, längere Strecken, leichte, wellige Wasseroberfläche möglich. 55cm geben wir vielen Schülern zum trainieren der Halsen. Durch den niedrigen Schwerpunkt reagiert das foil besser. Ja, man hat weniger Höhenspielraum aber das Board reagiert schneller, was zu einfacheren Manövern führt.
Downside: Bist du noch nicht bereit dafür, ist der Einstieg echt krass und Lernfortschritte verzögert. Stürze tun viel mehr weh als bei 45cm. Hast du nur tiefes Wasser mit Wellen an deinem Übungsspot? Auch dann ist 55cm die richige Wahl.
Wenn du kein Flachwasser an deinem Spot hast, musst du da leider durch. Ein 45er würde zu schnell aus der Kabbelwelle schießen und immer wieder für Stürze sorgen.
Funfact
Geben wir dem Schüler, wenn er nach 1-2 Stunden erfolgreich auf dem 30cm Mast kontrolliert längere Strecken hinter dem Tow-Boogie oder der Seilwinde fliegt, einen 55er Mast, sieht es fast so aus, als ob er wieder bei null anfängt. So krass ist der Unterschied im Schwierigkeitslevel.

60-65cm Mast – Jetzt beginnt sportliches Wingfoilen
Alles klar, wir sind an einem Klassiker angekommen. 65cm Ist eine absolut geniale Flughöhe. Nicht nur für den Wingfoiler! Auch für den Wakefoiler ;-) Dazu später mehr!
65cm ist eine super Mastlänge z.B. für Frauen für die ersten 2 Jahre da Frauen generell eine kleinere Körpergröße haben. (gehe ich nicht explizit drauf ein, wird zu technisch) Innerhalb der Manöver-Lernphase kann man damit absolut alles abhaken. Halsen sauber mit Speed, Wenden, 360er, Pumptechnik verbessern, Dockstart üben.
Wakefoilen:
Die meisten unterfliegen die Energiezone der Welle mit ihren 85er Masten und brauchen so immer enormen Vorschub von großen Wellen. Wir haben das zigfach erlebt. Ein 65er bringt dich wesentlich näher zur Welle, du kannst das Board tiefer fliegen, es törnt besser.

70-75cm Mast – Für gute Fahrer
75cm ist weltweit einer DER beliebtesten Größen wenn es nicht um möglichst viel Höhenspielraum geht, sondern um Effizienz beim Wellen abreiten, radikale Turns und Style in mäßigen Bedingungen. 75cm only müsste man sich schon gut überlegen für sein erstes Set. Dafür muss/sollte man schon gut vorgeskillt sein. Bzw. jung und Frustbereit. Die richtige Wahl z.B. für jahrelange Windsurfer mit schneller Lernkurve. Vorsicht bei der Kompatibilität mit sehr großen Einsteigerfoils (System wird schwammig) 75cm ist DIE Mästlänge zum Downwindfoilen, Pronefoilen, SUP Foilen – bester Kompromiss auf Höhenspielraum, Glide, Turnability.

80-85cm Mast – Spezialwerkzeug
85 ist krass! Krass hoch, krass viel Längenspielraum, dabei das Foil krass weit unter Wasser. Deutliche Effiziensverluste. Deutlicher Trägheits-Zugewinn. An so einem Mast fährt man auf keinen Fall einen großen Low-Aspect Foil. Kann man zwar, aber macht keinen sinn. Das System wird dadurch unnütz träge. Kleinere, sportlichere Foils sind angesagt. Natürlich können auch High-Aspect und Pumpfoils an 85 gefahren werden aber auch da fällt die Wahl sinnvollerweise eher auch 75 bis MAX 80. 85cm fahren gute, jahrelange Wingfoiler z.B. in großen Wellen mit kleinen Foils. Das gibt einen viel Sicherheit im Höhenspielraum. Durch hohe Geschwindigkeiten wird Pitch sensibler, reaktionsgeschwindigkeit vom Gehirn muss schnell sein bei 30-40 Km/h.

95cm Mast – Race only
OK, hier sind wir in einem sehr speziellen Bereich. Eigentlich macht 95cm nur noch Sinn zur Race, extrem schnell fahren, Mini-Foils, hart Ankanten. Das macht beim Wingfoilen unter normalen Bedingungen keinen Sinn.
Meine Utopie & Profitipps
Was hätte besser laufen können oder was können wir jetzt noch tun?
Meine Utopie ist schon lange, dass jeder Hersteller am Markt, standardmäßig einen 30-40cm Mast mit in das Set gelegt hätte. Das muss man sich ein bisschen so vorstellen wie eine kleine Rolle unter einem Balance-Board oder ein Stelzen-Set, was erstmal kleine Absätze beinhaltet. Den Herstellern kostet das sehr wenig Geld.
-> Kauf dir unbedingt ein Aluminium-Set als Einsteiger. Mastlänge 45-55cm. Finger weg von Carbon-Masten! Vorteil: Masten sind (zumindest bei F-One) günstig austauschbar. Carbonmasten kosten nicht selten 800€ aufwärts. Alumasten hingegen ca. 120€. Kauf dir gleich 2 Stk. z.B. 45 und 65cm. Es hängt davon ab, wie du drauf bist.
-> Wähle erstmal ein großes Board! Das ist extrem entscheidend. Board MUSS passen. Bist du noch ganz am Anfang und ganz neu im Wassersport? Kauf dir ein Inflatable aber VORSICHT: Körpergewicht + 80-140 Liter! Wende auf keinen Fall die 40L + Regel an. Diese gilt nur bei Hartboards und das auch nur bei talentierten Fahrern.
-> Wähle ein Einsteiger-Foil! Low-Aspect Foil in 1300-2500 QCM ist hier die Wahl. Warum? Du möchtest langsam fliegen! Langsam, sicher und vor allem möchtest du keine hohe Sensibilität auf der Pitch-Achse. Für deine Manöverlernphase brauchst du ein gutmütiges Foil. Ohne das werden Halsen, Wenden & Fußwechsel nicht klappen.

Mein Fazit nach vielen Jahren auf dem Wasser
Wingfoilen muss von Anfang an Spaß machen
Wenn ich heute auf tausende Trainingsstunden zurückblicke, dann bleibt für mich eine Erkenntnis übrig, die sich immer wieder bestätigt hat: Der Einstieg entscheidet darüber, ob Personen dauerhaft Spaß am Wingfoilen entwickeln oder den Sport nach wenigen frustrierenden Versuchen wieder aufgeben.
Ich bin deshalb überzeugt, dass die Branche den Einstieg deutlich einfacher gestalten könnte, als sie es heute häufig tut. Nicht mit komplizierter Technik, nicht mit immer teurerem Material und auch nicht mit immer sportlicheren Setups, sondern indem wir den Anfänger in den Mittelpunkt stellen und das Material an seinen Lernprozess anpassen. Mit Ehrlichkeit und guter Beratung. Dazu gehört es auch, einem Kunden von neuem, sportlicherem Material abzuraten und nicht nur auf Profit zu schauen.
GEH ES RICHTIG AN!
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Mit diesem Beitrag hoffen wir einen Teil dazu beigetragen zu haben, dass sich dieser wundervolle, leicht zu erlernende Sport weiterhin positiv entwickelt. Also, informiert euch vor dem Materialkauf. Lasst euch von Personen beraten, die wirklich was von dem Sport verstehen aber vor allem: Viel Schulungserfahrung haben und ehrlich mit euch sind.
Wenn du die vollumfängliche Bandbreite willst- bei uns bist du richtig!
Wir bringen dich auf’s Foil!
Andere versprechen viel.
Unsere Schüler erzählen, was wirklich passiert.
Echte Google Rezensionen aus unseren Wingfoil und Foil Kursen auf Fehmarn.













